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Eigentlich wollten unsere Freunde bauen. Sie hatten schon fertige Pläne in der Tasche und ein Grundstück in Aussicht. Bei einem leckeren Essen in unserem Lieblingsrestaurant (Sahara in Solingen) haben sie uns ihr Bauvorhaben erklärt. Da wir gerade erst jahrelang eine 200m²-Wohnung renoviert hatten und vom Bauen, Baulärm, Baudreck und Baustreß genug hatten, hatten wir mehr theoretisches Interesse an dem Projekt. Es war zwar klar, daß ich mithelfen würde, aber selbst bauen wollten wir eigentlich nicht!
Wir waren eigentlich erstaunt, daß eine Baufirma einfach so Pläne zeichnet, nach den Angaben, die Bauwillige so machen. Das sah aber alles sehr gut aus und war schon bis zum letzten Detail durchgeplant und am Ende stand sogar ein Festpreis!
Kurze Rede: Unsere Freunde haben dann doch nicht gebaut!
Aber der Virus etwas Eigenes zu haben, selbst ein Haus zu planen und einen großen Teil der Arbeiten auszuführen, hat uns angesteckt.
Also wurde der Computer eingeschaltet und monatelang Informationen gesammelt: Was für Häuser gibt es überhaupt? Massiv oder Fertig? Was sind Blockhäuser? Was ist der Unterschied zum Blockbohlenhaus? Wer bietet so etwas an - was kostet das? Welche verschiedenen Heizungsarten gibt es? Was ist der aktuelle Stand in der Haustechnik?
Als wir so einen groben Überblick hatten, ging es an die Planung des eigenen Hauses; alles mit dem Hintergrund, erst einmal zu sehen, was so ein Projekt überhaupt kosten würde und eine Zahl zu erhalten, mit der man zu einer Bank gehen kann, um über eine Finanzierung zu reden. Wir haben dann überlegt, was wir haben und was wir gerne hätten. Ein eigenes großes Zimmer für jedes Kind muß sein! Ein Hauswirtschaftsraum, eine Sauna, eine Werkstatt, ein eigenes Büro wären auch nicht schlecht! Mit all diesen Wünschen ging es dann an den Zeichenkasten. Wenn man einen fertigen Plan sieht, kann man sich nicht vorstellen, welche Arbeit darin steckt! Es sind so viele Dinge zu beachten, von denen man vorher noch nie gehört hat. Ganz zu schweigen von den rechtlichen Rahmenbedingungen. So sind dann über die Monate viele schöne Pläne entstanden. Mit einem Plan, der dann nach vielen Korrekturen als das Optimum galt, sind wir dann an die Öffentlichkeit - gemeint sind hier die Baufirmen - gegangen. Da wir keinerlei Erfahrung mit Bauzeichnungen hatte, war das schon sehr spannend! Man sollte ja meinen, daß es der Baubranche nicht so gut ginge - zumindest hört und liest man das so! Von den zehn angeschriebenen Firmen, die für uns in die engere Wahl kamen, hat eine sehr zeitnah ein Angebot geschickt, eine haben wir persönlich besucht und innerhalb einer Woche ein Angebot erhalten, eine hat sich nach Monaten mit einem Angebot gemeldet und von den anderen haben wir bis heute nocht nichts Schriftliches erhalten.
Uns hat dann das Bausystem der Firma Talis Holzhäuser überzeugt. Während eines Urlaubs an der Ostsee haben wir uns die Häuser in Husum angesehen. Die sehr nette Beratung und die Besichtigung des Musterhauses haben uns großen Spaß gemacht. Wir dachten, daß wir mit unserem Laien-Wissen über Hausbau etwas verloren da sitzen würden und uns einen Vortrag anhören dürften. Aber von hier ein großes Kompliment an den “Talismann” Herrn Hansen!!!! Ein ganz tolles und interessantes Gespräch! Auch die nachfolgenden Änderungen bei der Planung sind völlig unproblematisch und nett über die Bühne gegangen.
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Elke und Herr Hansen im Musterhaus der Fa. Talis in Husum
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Parallel zu der Hausplanung mußten wir uns ja auch noch um ein Grundstück kümmern. Da auch hier das Internet die bequemste Art ist, an Informationen zu kommen, haben wir hier alle einschlägigen Suchmaschinen heiß laufen lassen. Das Problem ist ja nicht, ein schönes Grundstück zu finden, sondern ein schönes Grundstück zu finden, das man auch bezahlen kann! Da fingen nämlich schon die Probleme an! Erste Grundstücke lagen noch heimatnah in Solingen, Hilden, Langenfeld, Leichlingen, Remscheid und umgebende Ortschaften. Aber die Preise ließen unsere Gesamtkalkulation dermaßen in die Höhe schnellen, daß wir keine Möglichkeit mehr sahen, überhaupt ein Haus bauen zu können. Also sind wir den umgekehrten Weg gegangen. Wir haben uns die Grundstücke in NRW (im selben Bundesland wollten wir schon bleiben!) nach dem Preis anzeigen lassen. Also einfach die Größe vorgeben und warten, was dabei heraus kommt. Wie nicht anders zu erwarten war, lagen die Grundstücke, die auch am günstigsten waren natürlich auch JWD! Wenn man jetzt nicht gerade auf einem Berg in der Hocheifel oder hinter den sieben Bergen des Bergischen Landes bauen möchte, kommt man in ein Preissegment über 100.000€ für 800-1000m². Also haben wir Ausflüge unternommen, um uns das Bauland anzusehen. Teilweise haben wir uns gefragt, wie die Grundstücke fotografiert worden sind. Aus einer fast flachen Wiese auf dem Foto wurde dann vor Ort eine Gebirgslandschaft, bei der wir uns nicht vorstellen konnten, wie man da ein Haus draufstellen soll! Wir hatten dann keine Lust mehr weiter zu suchen. Aber ein letztes Grundstück hatten wir an diesem Tag noch auf unserem Plan. Perfekte Größe, perfekte Lage, unser Traumgrundstück!
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Und hier das Grundstück noch einmal im Winter ohne Blätter
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So, nun haben wir ein Grundstück, eine Firma, die uns unser Haus darauf bauen möchte, aber irgendwas fehlt noch!!!!
Genau! Geld!!!!
Da wir nicht zu den Glücklichen zählen, die sich ein Haus aus der Portokasse kaufen können, führte kein Weg an den Banken vorbei! Da wir jetzt eine ziemlich genaue Vorstellung von der Höhe, des zu finanzierenden Betrages hatten, konnten wir nun mal anfragen, ob eine Bank Interesse an einer Finanzierung hat. Alle Berechnungen, die wir selbst angestellt hatten, ließen darauf schließen, daß die Banken uns mit offenen Armen und vor allem: offenem Tresor! erwarten würden. War aber nicht!! Da jede Bank so ihr eigenes kleines Berechnungsprogramm hat, kamen auch die unterschiedlichsten Summen heraus, die sie bereit waren zu finanzieren. Leider lag unsere Summe immer über der Summe der Bank! Letztendlich kamen wir aber mit einer Bank zusammen, die da ähnliche Vorstellungen hatte wie wir. Weit abgeschlagen lagen hier die Internetbanken, die außer 0815-Bauvorhaben anscheinend nichts finanzieren.
Da wir jetzt ein Grundstück haben, eine Baufirma und eine Bank, steht dem Baubeginn nichts mehr im Wege!
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